Gegen Staudamm im Amazonas

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Greenpeace-Ehrenamtliche protestierten in 23 Städten gegen
geplanten Amazonas Staudamm


Siemens muss sich von Projekt in Brasilien distanzieren


FULDA, 23.07.2016 – Gegen den geplanten Bau eines knapp acht Kilometer langen
Amazonas-Staudamms, unter möglicher deutscher Beteiligung, protestierten Greenpeace-
Freiwillige am Samstag in 23 deutschen Städten. Die Umweltschützer errichteten
symbolische Baustellen und informierten über die katastrophalen Auswirkungen, die der Bau
des São-Luiz-do-Tapajós-Staudamms für Mensch und Natur hätte. Der Damm wäre der erste
von über 40 geplanten Staudämmen im brasilianischen Regenwald. Sein Bau bedroht die
Heimat des indigenen Munduruku-Volkes. In der Vergangenheit war auch Siemens am Bau
von Amazonas Staudämmen beteiligt. Trotz weltweiter Proteste hat sich der deutsche
Konzern bislang nicht von dem Projekt distanziert. “Der Tapajós-Staudamm würde Tausende
Quadratkilometer intakten Urwald zerstören und die Munduruku aus ihrer Heimat vertreiben.
Siemens muss sich öffentlich von diesem zerstörerischen Projekt distanzieren“, fordert
Michael Kolb von Greenpeace Fulda.

Siemens war bereits an vier Dämmen im Amazonas beteiligt und könnte auch Teile für den
geplanten Tapajós-Staudamm liefern. Mehr als 20.000 Menschen wurden alleine für den mit
Siemens Unterstützung errichteten Belo-Monte-Staudamm umgesiedelt - gegen ihren Willen.
Eine Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats hat das Belo-Monte-Projekt untersucht. Die
Empfehlung des Rats: In Brasilien tätige Unternehmen müssen Betroffenen die Möglichkeit
geben, sich zu äußern, bevor sie ein Projekt zusagen. „Die Position der Munduruku ist klar:
Sie wollen durch den geplanten Tapajós-Staudamm nicht ihre Heimat verlieren. Siemens
muss das respektieren und sich klar von dem Projekt distanzieren“, sagt Jannes Stoppel,
Waldexperte bei Greenpeace Deutschland.

Die deutschlandweiten Proteste gegen Siemens sind Teil einer internationalen Greenpeace-
Kampagne zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes. Die Munduruku kämpfen seit
Jahrzehnten für die offizielle Anerkennung ihres Landes – jetzt werden sie mit Hilfe einer
Petition von über einer Million Menschen dabei unterstützt.

Siemens muss klar Stellung beziehen, der Amazonas muss geschützt werden

Das Tapajós-Tal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde. Sie ist Heimat und
Lebensgrundlage der Munduruku und Lebensraum für Jaguar, Flussdelfine und Hunderte
von Fisch- und Vogelarten. Der Amazonas-Regenwald ist zudem von herausragender
Bedeutung für unser Klima. „Sogar der brasilianische Umweltminister nennt den Staudamm
unnötig. Wie Greenpeace unterstützt auch er den Ausbau von Solar- und Windkraft. Siemens
hat mit dem Kauf des Windkraftanlagenherstellers Gamesa eine starke Position in Brasilien.
Statt den Amazonas zu zerstören, muss der Konzern in Brasilien mehr in Windkraft
investieren“, so Stoppel.